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Alte Landkarte v. Lemnos |
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Poliochni älteste Stadt Europas Artemis Tempel
bei Avlonas
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Um
ein Land oder eine Region verstehen zu können, ist oft auch ein Blick zurück
auf die geschichtliche Vergangenheit recht aufschlussreich. Über Lemnos
gibt es in der Reise- literatur leider gar nicht viele Informationen, so
dass man es schon wagen kann, ein paar markante Geschehnisse
zusammenzustellen.
Das Schicksal von Lemnos
wird, wie es ja oft der Fall ist, von der geographischen Lage und von den
großgeschichtlichen Abläufen bestimmt. So liegt die Insel mitten in der
Ägäis, an der äußersten Ostgrenze Griechenlands und somit gerade an
der Naht zwischen Europa und Asien, in der Nähe der Dardanellen, mit dem
Zugang zum Marmarameer und zum Schwarzen Meer. So hat Lemnos seit
Jahrtausenden eine verbindende und abgrenzende Funktion zugleich. Eine
Gegensätzlichkeit, die diese Insel geprägt hat. Von der prähistorischen
bis zur hellenistischen Epoche wurde schon etwas geschrieben. Und
vielleicht kann dieser Zeitraum als die eigentliche Blütezeit der Insel
betrachtet werden?
Erdbeben, Katastrophen, Hungersnot, Piratenüberfälle, Kriege und
Fremdherrschaft bestimmten die Lebens- bedingungen und waren auch die
Ursache für die verschiedenen Wanderungsströme zur Insel oder weg von
der Insel.
So war Limnos ab 500
v.Chr. bis zur byzantinischen Zeit eine Kolonie der Athener. Die Insel war
sozusagen die Kornkammer Athens. Das Ackerland konnten die Grundbesitzer
von Athen durch eine Lotterie gewinnen. Später eroberten die Mazedonier
und die Römer Limnos. Mit der Unterwerfung durch die Römer wird Limnos
ein Teil des Römischen Kaiserreiches und später des Byzantinischen
Kaiserreiches mit der Hauptstadt Konstantinopel. Leider gibt es von dieser
Zeit nur wenige Spuren. Man weiß nur, dass es schon im 2.Jahrhundert n.
Chr. Christen auf der Insel gegeben hat.
Im 7. Jahrhundert übte
man bereits Schiffahrt aus und errichtete auch Schiffswerften. Zu Beginn
des 12. Jahrhunderts wurde Myrina befestigt.
Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzritter wurde Lemnos eine
Zeitlang auch von Venezianern beherrscht. Doch unter dem Druck des
osmanischen Reiches wurde Venedig im Friedensvertrag von 1479 gezwungen, Lemnos
der Türkei zu übergeben.
Während des Russisch-Türkischen Krieges, nach den erfolglosen Aktionen
durch die russische Flotte, wurde die griechische Bevölkerung durch
Ermordung und Flucht stark dezimiert. Auch wenn Lemnos wegen der türkischen
Militärpräsenz am griechischen Aufstand ab 1821 nur verhalten teilnehmen
konnte, gab es ein paar Hundert tote Milizionäre.
Am 8. Oktober 1912
schließlich landete Admiral Kountouriotis mit der griechischen
Flotte und befreite die Insel von der türkischen Fremdherrschaft.
Im 1. Weltkrieg war Limnos mit der geschützten Bucht von Moudros ein
strategisch wichtiger Stützpunkt der alliierten Mittelmeerflotte, für
ihre Einsätze gegen die Türken in Kallipolis und an den Dardanellen.
Schließlich kam es zur Seeschlacht von Limnos wo die Türken vernichtend
geschlagen wurden, bekannt unter "Waffenstillstand von Moudros" und das bedeutete
praktisch das Ende des Krieges und auch das Ende des osmanischen Reiches.
Mit dem Vertrag von
Lausanne im Jahre 1922 wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart, der
zur Abwanderung von 1636 Türken und zur Zuwanderung von 4502 Griechische
Flüchtlingen aus Kleinasien führte.
Eine Auswanderungsbewegung nach dem 2.Weltkrieg – wie in ganz
Griechenland – ließ die Zahl der Bewohner erheblich schrumpfen. Erst in
den letzten Jahrzehnten kann wieder eine Rückwanderungswelle beobachtet
werden.
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